Immobilienpreisindex Q1/2026: Kaufpreise ohne klare Tendenz
Seit der Zinswende haben sich die inserierten Kaufpreise etwas erholt, weil die Knappheit groß war und der Neubau eingebrochen ist. Auch die Erschwinglichkeit hat sich seither wieder verbessert: Die Zinsen sind leicht gefallen und die Einkommen ordentlich gestiegen. Mit dem aktuell aufkeimenden Inflationsschub dürfte sich die Lage kurzfristig jedoch eher wieder eintrüben.
Im Neubau sinken die inserierten Preise für Ein-/Zweifamilienhäuser (EZFH) im 1.Q’26 um 0,4% im Vergleich zum Vorquartal. Im Vergleich zum Vorjahresquartal liegt die Entwicklung mit 0,1% leicht im Minus. Der Index für Neubau-Eigentumswohnungen (ETW) liegt mit 0,2% leicht im Plus. Der Anstieg zum Vorjahr liegt bei 1,6%. Im Bestand sinkt Index bei EZFH im 1.Q’26 leicht. Der Rückgang zum Vorquartal liegt bei 0,2%, gegenüber dem Vorjahresquartal bleibt ein Anstieg um 1,3%. Der Index für ETW steigt um 0,7% zum Vorquartal, auf das ganze Jahr steht zum Quartal 1.Q’25 ein Zuwachs von 2,1%.
Mittlerweile hindert eine zunehmende Unsicherheit die Beseitigung der Knappheit. Durch den Verlust an Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen (Zölle, Energiepreise) drohen Einschnitte beim weiteren Wachstum der individuellen Haushaltseinkommen. Sei es durch geringeres Lohnwachstum oder gar durch weniger Überstunden, Wegfall von Zulagen, Lohnverzichte oder Arbeitslosigkeit.
Die Preise für Neubauten steigen dabei eher weiter als im Bestand, weil sie durch die (steigenden) Herstellungskosten nach unten abgesichert sind - oder erst gar nicht gebaut werden. Verantwortlich für die hohen und wachsenden Kosten ist nicht zuletzt die Flut immer neuer und schärferer Bauvorschriften. “Bauturbo” oder “Gebäudetyp-E” verhelfen hier noch nicht wirklich zu einer Bauwende.
Für die Erschwinglichkeit spielen nicht die absoluten Preise, sondern vielmehr die Einkommensbelastung durch Mieten bzw. Annuitäten eine Rolle. Während die durchschnittliche Mietbelastung in den letzten Quartalen auf konstantem Niveau bleibt, zeigt die Annuitätenbelastung seit dem 1.Q’25 wieder nach oben – bedingt durch steigende Preise und zuletzt steigende Zinsen. Bedingt durch die leichten Preisanstiege und das neue Zinshoch im 1.Q’26 steigen die Indices nun erneut etwas.
Datenbasis empirica Immobilienpreisindex
Alle Daten des empirica Immobilienpreisindex können als Einzeldatensatz oder über einen Datenbankzugang bei empirica regio bezogen werden. Weitere Zahlen finden Sie in der quartalsweise erscheinenden Publikation zum Index.


