16. Oktober 2026

Immobilienpreisindex Q3/2026: "Der jüngste Zinsanstieg ist fatal"

“Der jüngste Zinsanstieg ist fatal. […] Doch die wahren Hiobsbotschaften treffen den Neubau. Hier sinken nicht die Preise, hier bricht die Realisierung ein”, heißt es im aktuellen Kommentar von Dr. Reiner Braun zu den Daten im 3.Q'26 des empirica Immobilienpreisindex. Die Kaufpreise ziehen dieses Mal stärker an, die Mieten setzen ohnehin ihren kontinuierlichen Anstieg weiter fort.

Aktuelle Zahlen zum Immobilienpreisindex Q3/2026

Im Gegensatz zum letzten Immobilienpreisindex steigen im Neubau dieses Mal sowohl die Eigentumswohnungen (1,1%) und Ein-/Zweifamilienhäuser (2,2%) als auch die Mieten (1,6%) deutlich. Auch zum Vorjahresquartal (3.Q’25) gilt der Preisanstieg in allen drei Segmenten: Der Index für Eigentumswohnungen steigt um 1,2%, für Ein-/Zweifamilienhäuser um 0,9% und für Mieten noch stärker um +3,8%.

Relative Entwicklung des empirica Immobilienpreisindex Q1 2005 - Q3 2026

Im Bestand stagnieren die Indices bei Ein-/Zweifamilienhäusern (EZFH, 0,7%) und Eigentumswohnungen (ETW, 0,2%) nahezu. Gegenüber dem Vorjahresquartal (3.Q’25) zeigt sich bei ETW mit 0,9% ein etwas größerer Anstieg, EZFH verzeichnen praktisch einen Stillstand mit einer Veränderung von 0,2%. Das Preisniveau vom Jahresbeginn 2022 bleibt insbesondere für ETW in Reichweite, der Aufholprozess wird aber noch Zeit in Anspruch nehmen.

Der Index für Mietwohnungen im Bestand steigt konstant weiter, in diesem Quartal um 1,6% zum Vorquartal. Der Anstieg um 3,8% im Vergleich zum 3.Q’25 zeigt im Gegensatz zu ETW und EZFH weiter seinen konstanten Trend.

Der aktuelle Kommentar von Dr. Reiner Braun: Der jüngste Zinsanstieg ist fatal

Die Folgen steigender Zinsen haben wir bereits 2022 erlebt: Kredite verteuern sich, die Nachfrage schrumpft, die Bestandspreise brechen ein. Doch die wahren Hiobsbotschaften treffen den Neubau. Hier sinken nicht die Preise, hier bricht die Realisierung ein. Es wird schlicht noch weniger gebaut.

Im Ergebnis eskaliert der Mangel auf einem ohnehin unterversorgten Markt. Weil potenzielle Eigentümer die Finanzierung nicht mehr stemmen können, weichen sie unfreiwillig auf den Mietmarkt aus und blockieren diesen zusätzlich. Ohne Neubau gibt es keine Entlastung – der Wohnungsmarkt friert vollends ein.

Die Politik müsste sofort gegensteuern. Die Instrumente liegen seit langem auf dem Tisch: Eine kräftige Sonder-AfA für den Mietwohnungsbau und die Befreiung von der Grunderwerbsteuer für Ersterwerber. Außerdem muss EH55 wieder dauerhaft förderfähig sein. Doch neben Steuererleichterungen fehlt es vor allem am Bauwillen – in der Politik, bei vielen Behörden und bei zu vielen Bürgern, die sich gegen neue Projekte stemmen.

Zu befürchten ist: All das wird wieder nicht passieren. Das negative Paradebeispiel liefert Berlin. Dort gewinnen Ideologen und Populisten mit kostspieligen Scheinlösungen die Oberhand. Die Zeche zahlen die Wohnungssuchenden, deren Frust von Quartal zu Quartal wächst.

Datenbasis Immobilienpreisindex

Alle Daten des empirica Immobilienpreisindex  können als Einzeldatensatz oder über einen Datenbankzugang bei empirica regio bezogen werden. Weitere Zahlen finden Sie in der quartalsweise erscheinenden Publikation zum Index.